Interviewreihe “Davon leben” – Interview mit Dylan Pramuk (Jazzsänger) [Deutsch / English]

Heute in unserer Interviewreihe Davon leben: Der Jazzsänger Dylan Pramuk über seine erste Gitarre, Rechnungen und die New Kids On The Block.

Kunst machen – klar. Aber davon leben? Für Davon leben trifft Martin Spieß sich mit Künstlerinnen und Künstlern an der Peripherie des ganz großen Erfolgs. Dort, wo es wenig Geld, aber viel Leidenschaft gibt. Heute im Gespräch: Dylan Pramuk, 35, ein Jazzsänger aus Napa, Kalifornien. Er lebt in New York City.

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Wo und wann wurdest du geboren? Und wo und wie bist du aufgewachsen?

Ich wurde 1981 in Napa, Kalifornien, geboren. Meine Eltern sind beide ursprünglich aus Napa, aber wir sind weggezogen, bevor ich alt genug war, um mich zu erinnern, weil mein Vater einen neuen Job in der Gegend von South Bay bekam. Meine Familie – meine Eltern und mein jüngerer Bruder – verbrachte dann meine Grundschuljahre in Redwood City, südlich von San Francisco. Kurz vor der sechsten Klasse zogen wir zurück nach Napa, weil mein Vater wieder eine andere Jobmöglichkeit bekam. Es war ein Plus, dass wir dort eine Menge toller Familie hatten.

Wann hast du zu singen begonnen?

Ich hab in der dritten Klasse mit der Musik angefangen, durch ein unabhängiges Chorprojekt namens Ragazzi. Die haben zusätzlich zu den Performances selbst ein starkes pädagogisches Programm inklusive Musiktheorie, und das gab mir sehr früh ein sehr solides musikalisches Fundament. 1992, da war ich in der fünften Klasse, durften wir zu einem international Jugendchorfestival nach Sankt Petersburg reisen. Das war eine riesige Welt öffnende Erfahrung für mich. Aber ich musste bis zur High School warten, bis ich an einem anderen exzellenten Musikprogramm teilnehmen konnte. Das war das Chorprogramm an der Napa High School, geleitet von Travis Rogers. Ich habe mich da sehr engagiert. Und diese Erfahrung hat mich inspiriert, auch nach der High School mit der Musik weiterzumachen.

Du sagtest, du habest in der dritten Klasse angefangen, Musikunterricht zu nehmen. War das etwas, das dich einfach so interessiert hat oder hatten deine Eltern Jobs im Bereich Musik? Gab es Einflüsse oder kam das aus dir selbst?

Meine Eltern sind nicht professionell kreativ, aber definitiv Musikliebhaber. Mein Vater ist schon immer Hobby-Gitarrist. Als ich ein Kind war, stand er total auf diesen sehr komplexen, synkopischen Fingerpicking-Ragtime-Style, den er sich selbst beigebracht hatte, in dem er Platten hörte. Er liebt Jazz, speziell Gitarre, und so lag das zuhause in der Luft. Zuletzt hat mein Vater sich selbst Kontrabass beigebracht. Meine Mutter ist mehr Musik-Kennerin, obwohl sie vor ein paar Jahren im Kirchenchor sang. Also in dem Sinne gab es schon einen Einfluss. Davon abgesehen mochte ich es schon immer zu singen. Ich bin sicher, dass ich ein lauter kleiner Kerl war. Mein Vater half mir, Gitarre zu lernen, da war ich nur ein kleiner Steppke. Ich hatte eines Tages „GTR“ auf den Einkaufszettel gekritzelt, in der Hoffnung, meine Eltern würden mit einer Gitarre nach Hause kommen, die ich bei Toys’R’Us gesehen hatte. Als ich eine bekam, stimmte mein Vater sie offen und schnitt ein Stück von einem PVC-Rohr ab, so dass ich meinen Finger als Slide benutzen konnte. Es dauerte nicht lange, da spielte ich folkartige Melodien. Also ja, ich hatte schon in jungen Jahren einige musikalische Einflüsse und Neigungen.

Also darf ich annehmen, dass deine Eltern dich zum Singen ermutigten, als du noch in der Schule warst.

Oh, absolut. Ragazzi war zu der Zeit eine relativ neue Organisation und sie hängten Flyer in Schulen auf, um die Nachricht zu verbreiten, dass es sie gab. Als wir davon erfuhren, sagte ich, dass ich gerne mitmachen würde. Meine Eltern haben mich zu hundert Prozent supported, aber ich weiß nicht, ob sie Überzeugungsarbeit leisten mussten, damit ich im Chor singe. Sie haben mich immer unterstützt, auch später während meiner Ausbildung. Und das tun sie bis heute.

Also ist meine nächste Frage obsolet: Ob deine Eltern glücklich oder ängstlich waren, als du ihnen erzähltest, dass du eine Karriere als Jazzsänger anstrebst.

Ich kann nicht sicher sagen, wie diese Reise für sie emotional war, aber ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass sie immer unterstützend waren. Sie haben mich ermutigt, meiner Leidenschaft zu folgen und hart zu arbeiten. Und ich mache beides. Und was meine Ausbildung und meine Karriere in New York betrifft, sind meine Eltern auch emotional unterstützend, so dass ich es schaffte, mich auch selbst zu unterstützen. Sie haben mir beigebracht, für meine Träume hart zu arbeiten. Wir hatten im Herbst 2015 eine wundervolle Erfahrung mit der Veröffentlichung meines ersten Albums: The Royal Bopsters Project von London, Meader, Pramuk & Ross, erschienen bei Motéma Records. Wir hatten ein großes Release mit zehn Shows an fünf Tagen im Birdland in NYC, für das meine Eltern aus Kalifornien kamen. Das war ein stolzer Moment für uns alle.

Wann wurde dir bewusst, dass du eine musikalische Karriere verfolgen und es nicht nur als Hobby machen wolltest?

Musik war seit Ragazzi eine sehr leidenschaftliche Beschäftigung. Und wie gesagt habe ich mich sehr beim Programm an der Napa High engagiert. Ich habe Teilbereiche geleitet, oft soliert und auch in anderen musikalischen Projekten die Leitung übernommen. Ich denke, meine Entscheidung, professionell Musik zu machen, fiel zu der Zeit. Der erste Schritt war allerdings, an der Uni Musik zu studieren. Ich habe Jazz und klassischen Gesang studiert sowie am Chorprogramm teilgenommen, alles an der Sonoma State University. Ich habe dort nicht meinen Abschluss gemacht, sondern eine Auszeit genommen. Zu der Zeit arbeitete ich einem Restaurant in Napa, in dem es oft großartigen Live Jazz gab, und da war ich oft. Das gab mir die Ermutigung, nach New York zu ziehen und mich an der New School einzuschreiben. Was ich zu sagen versuche: Es war ein nicht endender Prozess. Es war eine persönliche Evolution.

Ist das nicht immer der Fall, wenn man kreativ ist? Ich habe meinen ersten Roman – einen ziemlich miesen, der glücklicherweise nie veröffentlicht wurde – geschrieben, als ich 22 Jahre alt war und nicht wusste, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Dann stolperte ich über einen Artikel über zwei Universitäten, die kreatives Schreiben unterrichteten, und das war unüblich für deutsche Unis. Und einfach so hatte ich einen Weg gefunden, um an meinem Schreiben zu arbeiten, meine Fähigkeiten zu verbessern. Dinge passieren oft auf unvorhersehbare, evolutionäre Weise.

Absolut. An der High School war ich zu ängstlich, um frei heraus zu sagen: „Ich werde professioneller Jazzsänger.“ Außerdem entdeckte ich Jazz gerade erst für mich selbst, nachdem er mir erst nur meiner Eltern wegen vertraut war. Ich nahm größer werdende Schritte während meiner Ausbildung. Als ich schließlich den Abschluss an der New School machte, war es zunächst so, dass ich mich fragte: „Was mache ich jetzt?“ Und dann fingen Amy London und ich an, so viel zusammen zu arbeiten. So viel von der Arbeit, die ich jetzt mache, kommt von dieser Kollaboration. Sowohl das Album als auch die meisten meiner Lehrerjobs entstanden durch diese Arbeit. Also ja, es war ein unvorhersehbarer Weg.

Wieso hattest du Angst zu sagen: „Ich werde professioneller Jazzsänger.“ Weil du das Scheitern fürchtetest?

Zu der Zeit, weil ich gerade erst dabei war, mich in Jazz zu verlieben. Der Satz hätte also lauten müssen: „Ich werde professioneller Musiker.“ Und ja, der Gedanke schien unmöglich. Es fühlt sich lächerlich an, mich mir als Star oder so vorzustellen. Und der Weg hin zu einer Musikerkarriere erschien nicht klar oder sicher. Und ja, die Angst vor dem Scheitern ist ein großes Thema, mit dem kreative Menschen ringen. Ich versuchte damals, mich wohl oder übel auf die unmittelbare Zukunft zu konzentrieren: „Was mache ich als nächsten Schritt?“ Ich kannte meine Leidenschaft und war entschieden, ihr zu folgen. Aber die Frage „Wo siehst du dich in fünf Jahren?“ war immer schwer zu beantworten. Aber dafür habe ich einiges darüber gelernt, wie viel man mit harter Arbeit, Entschlossenheit und Beharrlichkeit erreichen kann. Und die Wichtigkeit, fruchtbare Beziehungen zu pflegen, kann ich gar nicht genug betonen. Und wenn es um das Erreichen großer Ziele geht, kommen eine Menge Klischees ins Spiel – weil sie wahr sind. Du weißt schon, so was wie „Shoot for the stars and you might reach the moon.“ In egal jedem Feld, wenn du groß träumst, hart arbeitest und dich mit unterstützenden Leuten umgibst, kannst du erstaunliche Dinge erreichen. Es ist nur nicht leicht, das immer zu beherzigen.

Funktioniert es für dich nach wie vor, dich auf die unmittelbare Zukunft zu konzentrieren, gerade wenn es um Zweifel und Rückschläge geht? Denn manchmal zielst du nach den Sternen und triffst nichts. Ich bin sicher, jede Künstlerin und jeder Künstler kennt das. Wie gehst du damit um?

Ich heiße die „unmittelbare Zukunft“-Einstellung nicht gut. (lacht) Da komme ich her, aber ich strebe danach, größer zu denken. Obwohl es leicht ist, in alte Muster zurückzufallen. Aber ja: Wenn du es nicht versuchst, weißt du nie, was du hättest erreichen können. Und obwohl du vielleicht deine Ziele nicht erreichst, können andere, unerwartete Erfolge deinen Weg kreuzen. Es mag schwer sein, das im Kopf zu behalten, aber für mich stimmen diese Klischees. Ich persönlich bin den Beziehungen und Möglichkeiten, die sich mir geboten haben, gefolgt. Vieles von dem, was ich jetzt mache, hätte ich nicht voraussehen können, als ich meinen Abschluss an der New School machte. Ich habe eine Reihe von Auftritten, bei denen ich in einer Gruppe singe, und das habe ich während der Uni eigentlich gar nicht gemacht. Und ich unterrichte viel, das meiste davon in einem Curriculum, das ich innerhalb der letzten Jahre selber kreiert habe. Das kam alles, weil ich unerwartete Möglichkeiten nutzte. Und was ich der Gleichung hinzufügen will ist, neue Möglichkeiten zu schaffen.

Lass mich präziser sein: Was tust du im konkreten Fall eines Misserfolgs?

Wenn etwas nicht so läuft, wie ich gehofft hatte, versuche ich mein Bestes, es nüchtern und als vereinzelten, vorübergehenden Rückschlag zu betrachten. Ich übe viel, um sicherzustellen, dass ich mich stetig verbessere. Und ich bekomme viel Unterstützung durch meine Frau Erin, Amy, meine Familie und ein paar MusikerfreundInnen. Und ich kollaboriere in verschiedenen Projekten. Wenn ich eine enttäuschende Performance habe oder nicht den Gig kriege, den ich wollte, kann ich durch diese anderen Dinge immer noch ein gutes Gefühl für mich aufrechterhalten.

Ein Schriftstellerfreund von mir schreibt und veröffentlicht viel. Er nennt das „das Schrotflintenprinzip des Veröffentlichens“: Die Kugeln streuen so weit wie möglich, was die Chance erhöht, dass du was triffst. Es scheint so, als habest du verschiedene Flinten und wenn eine nicht richtig funktioniert, bist du nicht frustriert, du nimmst einfach eine andere.

Ja, das ist zum Teil, was ich mache.

Bist du erfolgreich mit dieser Herangehensweise? Bist du nie so frustriert, dass du an allem zweifelst und alles hinschmeißen willst?

Es hilft, dass ich auf mehreren aussichtsreichen Gleisen gleichzeitig fahre. Jedes hat seine Bedeutung und Dynamik. Wenn ich mit einem auf ein Abstellgleis gerate, ist das enttäuschend, aber die anderen halten mich motiviert.

Und wenn alle Gleise im Nichts enden?

Das ist bisher nicht passiert…

Du verdammter Glückspilz! (lacht)

Eine Sache, die ich der Gleichung hinzufügen möchte, ist ein Soloprojekt, das wirklich unter meiner Führung ist. Ich blühe mehr auf in Kollaborationen, deswegen mache ich so viele derartige Projekte. Aber ich würde auch gerne mehr Raum schaffen für Soloarbeit. Leider ist der unternehmerische Aspekt ziemlich einschüchternd.

Als wir uns 2009 kennen lernten, hast du als Barkeeper gearbeitet, um deine Rechnungen zu zahlen. Jetzt performst du und unterrichtest. Musst du hin und wieder Drinks servieren, um über die Runden zu kommen?

Das Rechnung-Zahlen-Thema ist noch mal eine ganz andere Baustelle. Ich strebe immer weiter danach, mehr aufzutreten und zu unterrichten. Ich hab das Barkeeping langsam reduziert, aber es hält mich immer noch über Wasser.

Nervt dich das oder ist es lediglich eine Notwendigkeit für dich?

New York City ist ein großartiger Ort für meine Art Arbeit, aber es ist teuer! Ich habe angefangen, hinter der Bar zu stehen, als ich noch im College war, und so habe ich den Umzug und die Schule finanziert. Aber es ist eine Herausforderung, den Übergang zu schaffen. Ich arbeite hart und baue meine musikalische Karriere seit einigen Jahren auf. Das geht also seinen Gang. Meine Frau hat ihren alten Restaurantjob letztes Jahr aufgegeben. Wir fördern also beide unsere wachsenden Karrieren und navigieren uns zusammen durch diesen Paradigmenwechsel. Es gibt grundlegende, aber wichtige den Lebenswandel betreffende Entscheidungen, die man im Kopf behalten muss, wie zum Beispiel: „Wähle die Höhe deiner Miete mit Bedacht. Und streng dich an zu kochen, geh nicht ständig in Restaurants wie all die anderen New Yorker.“ Wir tun, was nötig ist, und setzen es um, step by step.

Klingt als wärest du auf dem richtigen Weg. Nebenbei bemerkt hätte ich bei „step by step“ den NKOTB-Song zitieren können. Ich erwarte ewige Dankbarkeit dafür, das nicht getan zu haben. (lacht)

Wow, das bringt mich zurück.

Tut es, nicht wahr? Hat es mich gerade auch. Die Single war eine meiner ersten CDs. Was für ein schrecklicher Song!

Ja, ich erinnere mich daran, dass meine Mutter das aus der Bücherei mitbrachte. Sie hatte mitbekommen, dass es beliebt ist und dachte, wir Kinder würden es mögen. Damals ging es nur um das Album.

Aber so scheiße der Song ist: Sich „step by step“ zu bewegen – ob es nun in Richtung einer Frau ist wie bei NKOTB oder in Richtung deiner künstlerischen Ziele – ist genau das Richtige.

Es funktioniert gut, schrittweise zu arbeiten. Aber es braucht Durchhaltevermögen.

Und hin und wieder Dickköpfigkeit. Du musst dein Ding durchzuziehen. Gegen alle Widrigkeiten.

Die Augen auf den Horizont!

Das klingt zwar cheesy, ist aber ein tolles Schlusswort.

Interview with Dylan Pramuk (Jazz Singer)

Making art – of course. But making a living? In Make a living, Martin Spieß meets artists at the periphery of big success. Where there’s not a lot of money, but lots of passion. Today he talks to Dylan Pramuk, 35, a Jazz singer from Napa, California. He currently lives in New York City.

Where and when were you born? Where and how did you grow up?

I was born in 1981 in Napa, California. My parents are both originally from Napa, but we moved away before I can remember, because my dad had gotten a new job in the south Bay Area. My family – my parents and my younger brother – then spent my elementary school years living in Redwood City, just south of San Francisco. Then before 6th grade, we moved back to Napa because my father had come into another job opportunity. And it was a plus that we had a bunch of our beloved family there.

When did you start to sing?

I started studying music in third grade through an independent choir program called Ragazzi. They have a strong educational program, including music theory, in addition to their performances, which gave me a very solid early musical foundation. In 1992, when I was in fifth grade, we got to go to an international youth choral festival in St. Petersburg, Russia. It was a huge, world-opening experience for me. But I had to wait until high school to participate in another excellent musical program. That was the choral program at Napa High School, led by Travis Rogers. I became very involved in that program. And that experience really inspired me to continue pursuing music after high school.

You said you started studying music in third grade: was that something you were interested in naturally or do your parents have musical jobs? Was there any influence or was that inside you?

My parents are not professional creatives, but they are music lovers for sure. My dad has been a hobbyist guitar player forever. When I was a kid, he was very into this very complex syncopated finger-picking ragtime style that he had taught himself from listening to records. He loves jazz, especially guitar, and so we had a lot of that in the air around the house. Recently my dad has also been teaching himself the upright bass. My mom is more of a music appreciator, though in recent years she has been singing in their church choir. My mom, however, has had great exposure to interesting media through her career in California’s library system. She started in Redwood City’s library and throughout my childhood, she would always bring home interesting selections from the library’s collection. So that influence was there in those degrees. Otherwise, I always liked to sing. I’m sure I was a noisy little guy. My dad also helped me begin learning guitar when I was just a lad. I had scrawled “GTR” onto a shopping list one day, hoping they would come back with this guitar I had seen at Toys’R’Us. When I did get one, my dad put it in open tuning and cut a piece of PVC pipe that I could use on my finger like a slide. I was playing folk-type tunes in no time. So yes, I had some musical influences and inclinations from an early age.

So I guess it is safe to assume your parents encouraged you to pursue singing while you were still in school.

Oh, right. Ragazzi was a relatively new organization at the time and they were posting fliers at schools to get the word out. When we heard about that, I expressed interest in joining. My parents were 100 percent supportive, but I don’t know that they had to do any pushing to get me to go sing in the choir. As I continued to study music and sing throughout my education, they have always been supportive. And they still are to this day.

So my next question is obsolete: if your parents were happy or anxious when you told them you wanted to pursue a career in jazz singing.

I can’t know for sure how they have experienced that journey emotionally, but I can say with certainty that they have always been fully supportive. They have encouraged me to follow my passion. And to work hard. And I continue to do both. And as for my education and career-building in New York – my parents are emotionally supportive, but those are accomplishments through which I have also supported myself. They taught me to work for my dreams. We had a wonderful experience in the fall of 2015 with the release of my first record. It’s called The Royal Bopsters Project by London, Meader, Pramuk & Ross, out on Motéma Records. We did a big 5-night, 10-show album release week at Birdland in NYC, for which my parents came out from California. It was a proud moment for all of us.

When did you realize you wanted to pursue a musical career, not just do it as a hobby?

Music had been a very passionate pursuit for me since my experience with Ragazzi. And as I mentioned, I became very involved in Napa High’s program. I was a section leader and a frequent soloist and a leader in a number of other musical projects. So I think it was at that time that I decided to pursue it professionally. The first step, though, was going to study music at university. I studied jazz and classical voice and participated in the choral program all at Sonoma State University. I ended up not finishing my degree there, but taking some time off first. At that time, I was working at a restaurant in Napa that had great live jazz and I got to sit in there frequently. There I received encouragement to move out to New York and transfer into the New School. What I’m trying to say is: It has been an ongoing process. It’s been a personal evolution.

Isn’t that always the case when it comes to being creative? I wrote my first novel – a pretty crappy one that fortunately never got published – when I was 22 and didn’t know what to do with my life. Then I stumbled upon an article about two universities who taught creative writing, which was uncommon for Germany. And just like that, I had found a way to work on my writing, to improve my skills. Things are happening in an unforeseeable, evolutionary manner.

Absolutely. In high school I was afraid to say outright: “I’m going to be a professional jazz singer.” Plus I was just discovering jazz for myself at that time – beyond the familiarity I had gleaned from my parents. I took incremental steps through my education. Then when I finished at the New School, at first it was like: “What do I do now?” And then Amy London and I started working together so much. So much of the work that I do now has come out of that collaboration. Both the record and most of my current teaching gigs were born out of that work. So yes, it has been an unforeseeable path.

Why were you afraid to say: “I am going to be a professional jazz singer”? Because you feared failure?

Well at the time, because I was just falling in love with jazz, the phrase would have been: “I’m going to be a professional musician.” And yes, the thought seemed impossible. It felt ridiculous to imagine myself as a star, or something like that. And the path to a career in music didn’t seem obvious or certain. And yes, the fear of failure is a huge issue for creative folks to grapple with. For better or worse, the way I tended to operate then was to focus more on the immediate future: “What will I do as the next step?” I knew where my passion was and I have been committed to following it. But the question of: “Where do you see yourself in five years?” has always been a hard one to answer. Yet now I have also learned some things about how much one can accomplish with hard work, determination and persistence. And I can’t overstate the importance of fostering fertile relationships. And as far as accomplishing huge goals, the issue is rife with clichés because they’re true. You know, of the “Shoot for the stars and you might reach the moon” variety. In any field, if one dreams big, works hard and surrounds oneself with supportive people, amazing things can be accomplished. It’s just not always easy to remember that.

Is focusing more on the immediate future still working for you today, especially regarding doubts and setbacks? Because sometimes, you shoot for the stars and you reach nothing. I’m sure every artist experiences that. What is your personal approach?

I do not endorse the immediate future mentality! (laughs) That is where I was coming from, but I’m striving to think bigger. Though it is easy to fall back into old habits. But yes: if you don’t try, you’ll never know what you could have accomplished. And while you may not reach your goal, other unexpected successes can come your way. It can be hard to remember, but these clichés ring true. For me, I’ve followed the relationships and opportunities that have presented themselves. Much of the work I do now I would not have anticipated upon my graduation from the New School. I’ve gotten a number of gigs doing group singing, which is a scene I had largely stepped away from while I was at university. And I’m doing a lot of teaching, much of it in a curriculum that I’ve been creating myself over the last five years. These all came out of seizing unexpected opportunities. What I aspire to add to the equation is to create more opportunities, as well.

Let me be more precise: in the concrete event of a failure – what do you do?

If something doesn’t go as well as I would have hoped, I do my best to keep it in perspective and think of it as just a singular momentary setback. I practice a lot to make sure I’m continually improving. And I have a great support group: My wife Erin, Amy, my family and some musician friends as well. And I collaborate on a bunch of different projects. If I have a disappointing performance, or don’t get a gig I wanted, I still can have a strong sense of myself through all of these other things.

A writer friend of mine writes and publishes a lot. He calls that “shotgun publishing”: the bullets spread as far as possible so you maximize the chance of hitting something. It seems as if you have different rifles and if one doesn’t quite work, you’re not getting frustrated, you just grab another one.

Yeah, that’s definitely part of what I’ve got going on.

Are you successful with that approach? Do you never feel so frustrated that you doubt everything you do and want to quit right now?

It helps that I am on several fruitful tracks at once. Each has some interest and momentum. If one goes through a lull, that can be a bummer, but the others keep me motivated.

And if all of them go through a lull?

That hasn’t happened yet…

You lucky bastard! (laughs)

One thing I would like to add to the equation is a solo project that is really under my leadership. I thrive more in collaboration, so I’ve been gravitating toward such projects. But I would also like to create the space for more solo work, too. But the entrepreneurial aspect of it is very intimidating.

When I got to know you in 2009, you were paying your bills by tending bar. Now you’re performing and teaching. Do you still have to serve drinks from time to time to get by?

My bill-paying vibe is a different hustle all together. I’m striving to continue to build my performing and teaching work. I’ve been backing off of bartending, but it is still what keeps things afloat.

And does that bother you or do you consider it a necessity?

Well, NYC is a wonderful place to be for my field, but it’s expensive! I started tending bar in college, and that is how I was able to pay for moving to NYC and support myself through school. But it’s a challenge to transition out of. I’m working hard and have been building my music business for several years now. So that is coming along. My wife left her old restaurant job last year. So we are both nurturing these other growing careers and navigating the paradigm shift together. There are some basic but important lifestyle choices to bear in mind, such as: choose your rent budget carefully. And make the effort to cook, don’t go to restaurants all the time like all the other New Yorkers. So we’re doing what it takes and making it happen, step by step.

Sounds like you’re on the right track. By the way: I could have quoted the NKOTB song. I expect eternal gratitude for not having done that. (laughs)

Wow, that takes me back.

It does, doesn’t it? It just did take me back. That single was one of my first records. What an awful tune!

Yeah, I remember my mom brought that record home from the library. She noticed it was popular and thought we kids my like it. Back then I was all about that album.

But as shitty as it is: going “step by step”, whether it is towards a girl like NKOTB or towards your artistic goals is the right thing to do.

It’s working well, building incrementally. But it takes perseverance.

And to be pig-headed from time to time. Doing your thing. Against all odds.

Eyes on the horizon!

That sounds cheesy, but it’s true. And it’s a great closing line.

Bildquellen

  • dylan pramuk: Janis Wilkins